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Deutsche Verleger wollen ein Gespäch mit Jobs über Zensur

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    Deutsche Verleger wollen ein Gespäch mit Jobs über Zensur

    Die deutschen Zeitschriftenverleger drängen Apple-Gründer Steve Jobs zu Verhandlungen über den Umgang mit Apps fürs iPad und iPhone. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und der internationale Dachverband FIPP haben bereits am 15. März Jobs in einem Brief zu Gesprächen über die Regulierung der Inhalte im App Store aufgefordert.

    Darin schreiben sie:
    "Wir leben in einer multikulturellen Welt. Das bedeutet, dass Inhalte, die in einem Land völlig akzeptabel sind, in einem anderen als ungeeignet erscheinen können. Einheitliche Regeln für die ganze Welt sind eine Einschränkung der Pressefreiheit und der Wahlfreiheit für die Leser".

    Verleger hatten immer starre Regeln von Apple bei der Zulassung von Applikationen kritisiert und von Zensur gesprochen. So seien dort etwa Nacktbilder untersagt. Auch haben sie in den meisten Fällen keinen Zugriff auf Nutzungsdaten ihrer Apps.

    Wenn Apple mit dem iPad den Pressmarkt in Deutschland wirklich umkrempeln will - nach einer Einschätzung des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger könnten bis Anfang 2011 mehr als 70% der Zeitschriftentitel als App's für das iPad verfügbar sein - dann muss Apple eine Lösung für das leidige Zensurthema finden.

    #2
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Apple das juckt, sind doch die Forderungen nichts als Heuchelei.

    Jeder kann auf dem iPad jede Information darstellen, die er will, nämlich übers Web. Dem Verband geht es schlicht darum, möglichst viel Geld via Apps zu machen und an Kundenprofile zu kommen. Das wird aber nicht zu Apples Problem werden.

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      #3
      Ich habe jetzt nichts dagegen das Nacktbilder "entschärft" werden (wobei die ja schon manchmal schön anzusehen sind ). Allerdings würde ich nicht akzeptieren das der redaktionelle Teil irgendeine Abweichung zur Printausgabe aufweist.

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        #4
        Ich hoffe das dieses Gespräch nicht nur zustande kommt, sondern das Apple hier auch mal Zugeständnisse macht!

        Die Pressefreiheit ist durch Apples vorgehen durchaus eingeschränkt! Die amerikanischen Maßstäbe sind nunmal nicht mit den deutschen vergleichbar! Wenn die Bildzeitung "genötigt" wird ihre leicht bis gar nicht bekleideten Seite 1 Mädels mit Sternchen zu entschärfen, finde ich das eine Frechheit! Und das ist ja nur eines der Beispiele!

        Wenn die Verleger ihre Zeitschriften auf das iPad bringen wollen, müssen die selben Inhalte zu finden sein wie in einer Printausgabe! Und nicht in einer "entschärften" iPad Version wie Apple das gerne hätte!

        Ich finde das iPad klasse! Aber so langsam geht mir diese Regulierungswut von Steve Jobs auf die Nerven!

        Ausserdem verdient Apple mit den Apps der deutschen Verleger ja auch Geld!

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          #5
          Wie kann die Pressefreiheit gefährdet werden, wenn man auch auf dem iPad an alle Informationen kommt?

          Und wieso sollte Apple seine Kriterien für Apps definieren, wie es die Verleger gerne hätten? Das find ich frech.

          Die Zeit ist auch für die Verlage gekommen, so wie die Musiklabels und die Telefonnetz Betreiber vorher.

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            #6
            Was die Verleger (und viele andere) noch nicht verstanden haben ist, dass Apple im App Store selbst eine Art Verleger ist.

            Apple möchte entscheiden welche Inhalte auf dem iPad verfügbar sind, ebenso wie der Springer Verlag entscheiden möchte welche Inhalte in seinen Magazinen erscheinen, oder welche Werbung und zu welchen Preisen gedruckt wird.

            Jetzt haben die Verlage das Problem, dass sie eben nicht mehr alleine im Boot sitzen. Während ein Verlag im Printgeschäft die volle Kontrolle hat und sein Magazin selbst druckt und an den Mann bringt, sind sie eben nicht mehr der alleinige Chef.

            Als Regulierungswut oder Zensur seitens Apple würde ich das nicht bezeichnen, vielmehr steht eben Apple nun auf der Seite der Herausgeber und als solcher wollen sie auch redaktionell agieren und entscheiden was auf das iPad kommt und was nicht. Und da geraten sie eben nun mit den Platzhirschen in die Haare.

            Oder anders ausgedrückt:
            Im Druckbereich sind es die Verlage denen das Papier gehört und sie sind die Redaktion die entscheidet was gedruckt wird.
            Nun ist aber das iPad das Papier und es gehört Apple, also will Apple entscheiden was gedruckt wird.
            Die Verlage sind zu Apple nun das was die Journalisten zu den Verlagen waren.

            Die Machtverhältnisse in der Medienwelt verschieben sich lediglich, aber das die Verleger nun von einem Angriff auf die Pressefreiheit zu sprechen ist doch scheinheilig.

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              #7
              mattin: Du kommst eben nicht mehr an alle Informationen. Das ist es doch was die Verleger bemängeln. Eine freie Presse mit unabhängigen und kritischen Journalisten ist die Basis einer Demokratie. Und diese freie Presse kann durch das heutige Internet nicht ersetzt werden, allenfalls ergänzt. Wenn man nun den Sprung macht und die Inhalte der Printmedien auf eine neue Plattform legt - und damit ja von Seiten Apples oder wer die Dinger schließlich mal baut und verkauft viel Geld verdienen wird - muss trotzdem die Unabhängigkeit der Berichterstattung sichergestellt bleiben. Die Verleger haben das richtig erkannt und beschreiten in dieser Frage den richtigen Weg. Und mal ganz nebenbei, Apple braucht für sein Geschäft die Verleger auch. Oder stell Dir mal vor es gibt ein neues Apple-Gerät und keiner weis was davon, weil niemand mehr darüber berichtet. Es lebt also jeder auch vom anderen.

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                #8
                Zitat von Juergen76337 Beitrag anzeigen
                mattin: Du kommst eben nicht mehr an alle Informationen.
                Was soll mich daran hindern?

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                  #9
                  Das ist aber auch sehr stark durch eine rosa Brille betrachtet. Unabhängige und kritische Journalisten brauchen auch einen Verleger. Und der nimmt sich auch heraus die Inhalte redaktionell zu bearbeiten oder ganz zu streichen. Auf dem iPad ist nun Apple der Herausgeber, in ihrem Store werden die Inhalte verkauft. Daher verlangt Apple auch die gleiche Kontrolle die sich die Verlage auch selbst zugestehen wollen.

                  Apple ist nun eben selbst ein Verleger und der App Store und das iPad sind die Plattform und das Magazin.

                  Aber die Pressefreiheit ist doch nicht eingeschränkt, nur weil sich die Geschäftsverhältnisse in der digitalen Pressewelt umgekehrt haben.

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                    #10
                    magicq99: Du hast hier einen Denkfehler. Bei den Zeitungsverlagen bestimmt eben nicht direkt der Verleger über was und wie veröffentlicht wird. Hier gibt es klare Regelungen im Pressegesetz. Und die Verantwortung im Sinne des Pressegesetzes hat nicht der Verleger sondern der Chefredakteur. Er hat für eine objektive und vollständige Berichterstattung Sorge zu tragen. Das Weisungsrecht des Unternehmers (Verlegers) ist hier was die inhaltliche Berichterstattung angeht schon eingeschränkt. Es gilt hier allein das Gesetz. Und um nichts anderes geht es auch jetzt. Es war doch der Wunsch von Apple ein neues Gerät auf dem Markt zu bringen, dass zumindest einen Teil der Zeitschriften und Zeitungen in Deutschland vom Papier auf das Apple Medium bringen soll. Und wenn die Verlage schon davon ausgehen, dass in Jahresfrist 75% der Zeitschriften in elektronischer Form verfügbar sein werden, dann ist dies schon ein gewaltiger Markt auch für Apple. Aber wir dürfen trotzdem unsere freie Presse nicht den möglicherweise anderen Vorstellungen von dieser freien Presse der Amerikaner oder des Hauses Apple opfern. Dies und nicht weniger haben wohl die Verleger in Ihrem Brief an Steve Jobs zum Ausdruck gebracht. Und ich bin froh dafür, dass man dies bei den deutschen Zeitungsverlegern so klar sieht. Aber zum Glück haben wir unsere Pressegesetze und an erster Stelle die Regelungen im Grundgesetz zur Pressefreiheit. Und daran kommt schließlich auch nicht Steve Jobs und Apple vorbei. Ich denke das Thema bleibt spannend. Und falls sich Apple als Verleger betrachten sollte (was ich nicht glaube) dann müsste es sich und seine Produkte (die Apps nämlich) unseren deutschen Rechtsnormen unterordnen, dann wäre ja alles klar und Zensur damit ausgeschlossen.
                    Zuletzt geändert von Juergen76337; 31.05.2010, 19:49.

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                      #11
                      Also ich lasse mich was die Presse angeht gerne eines anderen belehren, aber ich kann mir nicht vorstellen das beispielsweise der Verleger der FAZ kein Wort mitzureden hat wenn der Chefredakteur oder sonst jemand in der Redaktion entscheiden sollte "wir machen jetzt einen auf Boulevard und drucken nackte Mädels auf die Titelseite".

                      Und es ist ja nicht so das Apple bisher gesagt hat "uns gefällt es nicht was ihr über den und den schreibt, also bitte formuliert das anders" oder "wir wollen das im Herbst die CDU gewinnt, also schreibt entsprechend", sondern sie fordern eher etwas wie "wir wollen keine Pornographie". Ich denke schon das ein Verleger auf seine Zeitungen und Magazine einen ähnlichen Einfluss hat wie Apple ihn hier fordert, doch sicher auch was beispielsweise die Preisgestaltung angeht.

                      Ich denke nicht das Apple hier den Wunsch hat Zeitschriften und Zeitungen einfach nur vom Papier auf das iPad zu bringen, zumindest nicht in dem Sinne das das iPad einfach nur ein digitaler Ersatz für das Papier wird. Ich denke sie sehen das iPad eher selbst als ein Magazin, welches wiederum mit Inhalten von verschiedenen Anbietern bestückt wird. Also so eine Art "Metamagazin" oder wie man das auch immer nennen könnte. Und da wollen sie eben auch entsprechend mitreden können.

                      Und gerade da im App Store gegenüber dem Kunden vor allem Apple der Verkäufer der Inhalte ist, haben sie auch gesetzlich eine gewisse Verantwortung. Oder täusche ich mich da? Im Vergleich zum traditionellen Printgeschäft stellt Apple ja hier nicht nur denjenigen dar der die Inhalte vertreibt (sprich: den Kiosk), sondern eben auch den der es druckt.

                      Aber wenn das im Pressegesetz alles so klar geregelt ist, wo ist dann überhaupt das Problem der Verleger mit Apple? Das Gesetz gilt für Apple ja schließlich genauso.

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                        #12
                        Meine Güte was redet ihr denn da? Den Verlagen steht es frei eine iPad kompatibele webansicht mit passwortzugang zu Verfügung zu stellen! Ich konnte bisher keine Einschränkung beim browsen feststellen!
                        Dank goodreader und instapaper sowie Amazone Reader muss man den AppStore und den ibookstore kaum benutzen, ich garnicht!
                        Wenn Apple wollte das nur und ausschließlich der AppStore zu benutzten wäre, dann gäbe es diese Möglichkeiten nicht!
                        Bin hier zu finden: neckbreaker.de

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