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    Neues Abo-Modell und neue Richtlinien

    Hi,

    wie sicherlich viele mitbekommen haben, gibt's seit gestern eine offizielle Stellungnahme zum neuen Abo-Modell von Apple und auch gleich die "Breitseite", dass einige beliebte, aktuelle Apps so in der Form nicht mehr länger im AppStore existieren können, Apple ändert also, wenn man so will, mitten im Spiel die Spielregeln, denn Apps, die bisher zugelassen waren, müssen nun geändert bzw. - nach einer Gnadenfrist - aus dem Store genommen werden. Das Argument von Apple: Wir wollen von ALLEM 30% haben, wenn wir irgendwie den User zum "Publisher" gebracht haben. Mag man verstehen, doch sorgen nicht Publisher auch für die Attraktivität des iPad mit ihren Inhalten? Ist die Höhe von 30% berechtigt?

    Hier das Statement von Apple:
    http://www.apple.com/pr/library/2011/02/15appstore.html

    Hier ein Beitrag von Gizmodo dazu:
    http://gizmodo.com/#!5761383/apples-...-model-is-evil

    Ein Artikel auf Techcrunch:
    http://techcrunch.com/2011/02/15/app...hing-industry/

    Ich habe mir bisher noch keine abschließende Meinung gebildet, da derzeit auch viel "Panik" unterwegs ist, die ich erst einmal sortieren muss, trotzdem beschleicht mich das ungute Gefühl, dass Apple sich gerade in der Wahrnehmung bei vielen, die sich nicht zu den harten Fanboys zählen, massiv selbst schadet. Wie denkt ihr darüber?

    Gruß,
    Sönke

    #2
    Na, jetzt sind doch die Türen für ein Mac-TV Programm geöffnet!
    Gleich werde ich bestimmt geschimpft bekommen, aber das war's wert! ;)
    Never change a running System
    -Since 1996

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      #3
      Quelle Basic Thinking Blog :

      "Apple bietet den Inhalteanbietern aber einen Kompromiss: Die Verlage dürfen ihre Inhalte auch über ihr eigenes Abrechnungssystem verkaufen. Dieses dürfen sie nicht im App Store selbst anpreisen, und sie dürfen auch nicht im App Store darauf verlinken. Sie dürfen das eigene Bezahlsystem aber etwa auf ihrer Website anbieten, die sich mit dem iPad ansteuern lässt. Geht der Kunde diesen technisch komplizierteren Weg des Bezahlens, behält der Verlag 100 Prozent der Einnahmen und Apple verzichtet auf seine 30 Prozent. Dieses Modell ist von Apple ausdrücklich erlaubt. Der iPad-Anbieter besteht aber darauf, dass dem Kunden die Möglichkeit gegeben wird, die Inhalte zum gleichen oder besseren Preis über Apples 1-Click-Bezahlsystem zu kaufen. Der Kunde soll also praktisch selbst entscheiden, welches Modell für ihn attraktiver ist.
      Und das wird natürlich der einfachere Kauf über den App Store sein. Ein Kompromiss also, mit dem die Verlage kaum zufrieden sein dürften" - Zitat Ende

      Ich bin selbst noch nicht ganz sicher was ich davon halten soll. Auf der einen Seite könnte dies eine enorme Chance für die Printmedien sein - ein bestehendes und gut funktionierendes Ökosystem, der durchschnittliche User gibt wesentlich mehr Geld aus als auf anderen Plattformen, Inkasso, Marketing, usw.
      Auch sind die geringeren Produktionskosten und Logistikkosten ein Argument.
      Aber auf der anderen Seite verstehe ich das sich die Verlage nicht als Geisel von Apple machen wollen.
      Ich glaube wir müssen einfach mal abwarten ob und wie der User das Angebot annimmt, auch muss man abwarten wie sich die Verlage für die Zukunft aufstellen
      Zuletzt geändert von Juke; 16.02.2011, 10:06.

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        #4
        Ich glaube das die iDee sehr gut gedacht ist. Sie nehmen den Verlagen viel Arbeit ab. Ich denke die Verlage verstehen in der ganzen Panikmache noch nicht wie sehr ihnen das Modell auch nutzen kann.

        Allerdings verstehe ich auch die Panikmache. Es ist tatsächlich relativ heftig 30% aller Einnahmen einstreichen zu wollen. Und ich denke auch das es strategisch nicht sehr klug war. Viele Leute werden durch eine solche Presse eine schlechtere Meinung von Apple bekommen.

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          #5
          iDee :) sehr gut !

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            #6
            Ich bin mir auch nicht sicher, was man davon wirklich halten soll und ob das wirklich positiv oder negativ für die Verlage ist.

            Apples Argument ist die "Nutzerfreundlichkeit", so sei garantiert, dass der Benutzer die Abos über sein iTunes Konto beziehen kann. Ich empfinde das als viel einfacher und eleganter, als sich auf Drittanbieterwebseiten anmelden zu müssen.

            Die Frage ist natürlich, müssen diese 30% auch wirklich sein?
            Ich finde nicht, Apple hätte auch sagen können, dass sie für Abos von den 30% absehen, und stattdessen eine Pauschale für jede App abrechnen (Bearbeitungskosten).
            In dieser Situation spielen sie ihre (noch) Monopol-Artige Stellung auf dem Tablet Markt voll aus. Das können sie auch machen, denn zumindest die großen Verlage werden sich vorerst der Situation anpassen – sie haben schließlich kaum eine Alternative und das bereits investierte Geld in die Apps muss sich auch auszahlen.

            Allerdings macht es Apple weniger sympathisch. Beim Endverbraucher kommt das Bild eines mächtigen Monopolisten auf – das junge Erfolgsunternehmen wird jetzt definitiv zum neuen Microsoft. Und das gibt noch mehr Zündstoff für die Konkurrenz, die sich schon als Freiheitskämpfer gegen eine Diktatur formiert. Viele Menschen werden Vorlieb mit diesen Geräten nehmen, weil sie dem Giganten nicht noch mehr Geld in den Rachen schieben wollen werden.

            Hier irrt sich Apple gewaltig. Sie glauben, dass sie durch ihren Erfolg eine Garantie auf noch mehr Erfolg haben. Das Gegenteil ist der Fall.
            Zumindest in Europa betrachten die Menschen ein sehr erfolgreiches Unternehmen besonders kritisch (das hat man z.B. auch an Nokia, Google und teilweise MS gesehen).

            Die Erfolgsverkündung muss immer Konzepte mit sich bringen, die noch mehr Vertrauen in das Unternehmen schaffen. Das bleibt bei Apple aus und das iPad wird mit einer solchen Politik schneller Geschichte, als wir App sagen können.

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              #7
              Ob 30% tatsächlich heftig sind kann man wohl nur beurteilen, wenn man die Kosten für Material, Druck und Transport in den Laden oder zum Abonnenten kennt.

              Ich hab bisher noch keine Zeitschriften abonniert. Selbst diejenigen, die ich regelmäßig lese kaufe ich im Laden. Sollte es die Zeitschriften jetzt als Abo fürs iPad geben, wäre ich eher geneigt so eines zu kaufen, da Bezahlen und vor allem Kündigen wahrscheinlich jeweils nur ein einziger Klick sein wird.

              Wenn genügend Leute so denken sollte sich das doch für die Verlage rechnen. Oder unterscheiden sich die Bereitsstellungskosten einer Onlinezeitschrift, wenn mehr Leute die Abonnieren? 1, 100, 100000?

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                #8
                Ich bin zwar kein Insider, habe aber den Verdacht, dass für die Verlage die 30% das kleinere Problem sind und die wirklich große Kröte der Verlust der Kundendaten wäre, wenn diese frei entscheiden können, was sie preisgeben. Anders sieht es vielleicht bei Musik- und Videodiensten aus, die keine eigenen Inhalte produzieren, hier könnten die 30% die Marge auffressen (ebenfalls nur eine Vermutung) und die Apps somit vom Markt verschwinden bzw. nur noch als WebApps o.ä. existieren.

                Ich bin auf jeden Fall gespannt, wer The Daily, Popular Science, Elle und Nylon in den nächsten Tagen folgt, wann wir erste deutschsprachige Angebot sehen werden und wie die Preisstruktur aussehen wird. Popular Science prescht derzeit ja mit einem Angebotspreis von 12 Euro für das Jahresabo vor.

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                  #9
                  Die AutoBILD setzt das neue Modell seit heute um, wer will...?

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                    #10
                    Tja, ein finales Urteil kann ich mir da auch noch nicht bilden, dazu fehlen mir auch zu viel Hintergrundinformationen der Verlagsbranche.

                    Aus Sicht des Anwenders ist das System wie von Apple konzeptioniert aber doch sehr gut:
                    • Single-point-of-entry - alle Aktionen, sei es Kauf oder Abonnement, finden an einer Stelle, nämlich im iTunes-/App-Store statt. -> Komfortabel.

                    • Kein Verstreuen meiner Kreditkarte-Daten (oder sonstige Finanzdaten) notwendig. Wenn ich möchte, wird jede Transaktion ausschließlich durch einen Provider, nämlich Apple, vorgenommen. -> Sicher.


                    Aber die Verlage schreien auf: Apple bekommt bei jeder Transaktion 30%. Anders herum bekommt also der Verlag 70%, was mich zu den folgenden Fragen führt:
                    • Welche Marge haben Verlage im traditionellen Verkauf von Einzelexemplaren und Abonnements bei Zeitschriften und Magazinen? Mehr als 70%?

                    • Die (denkbare) Alternative zu Apple wäre eine eigenen IT-Infrastruktur für den Vertrieb von Subscriptions. Aber was kostet deren Aufbau, die Vorhaltung, die Abwicklung, das Inkassosystem?

                    • Wie wären notwendige zusätzliche Marketing-Kosten in diesem Fall zu berücksichtigen? Der Nutzer muss ja irgendwie von dem Abo-Modell erfahren, und dorthin geleitet werden.


                    Kurzum: Auch bei eigenem Vertrieb blieben ja nicht 100% des VK beim Verlag. Um den Aufschrei nun bewerten zu können, müsste man wissen wie hoch die Vertriebsnebenkosten im digitalen Bereich wären.

                    Abgesehen davon bezweifle ich, dass es für die Verlage möglich wäre, mit eigenen Insel-Angeboten ebenso großen Interessenten- und letztlich damit Kundenkreise zu generieren, wie man sie zweifelsohne durch eine Präsenz im Apple-Ökosystem anspricht.

                    Dass Apple nicht kostenlose Basis-Apps auf eigene Kosten vertreiben will, die dann extern Umsätze generieren, sollte einleuchten. Aber ich halte die 30% nicht für die Ewigkeit festgeschrieben. Das Apple-Ökosystem basiert auf Content, und Apple beißt auf Dauer nicht in die Hand, die sie füttert.

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                      #11
                      Das Problem sind nicht grundsätzlich die 30%, sondern dass das faktische Preisniveau bei weitem nicht reicht. Logistik- und Druckkosten liegen nicht über 30%.
                      Bei einer Tageszeitung macht der Verlag pro Woche ca. 6 Euro Umsatz. Zieht er die Kosten für Logistik, Druck und Verkauf durch den Einzelhandel ab, landet er bei evtl. bei 50% Erlösen, je nach Titel und Struktur des Einzelhandels ggf. auch etwas weniger. Heisst, er hat 2-3,-- in der Tasche. Eine alte Verlagsregel sagt, dass 50% der Erlöse aus dem Verkauf der Zeitung kommen und ca. 50% aus dem Verkauf von Werbung. Heisst also, der Verlag hat, je nach Rechnung, zwischen EUR 5,-- und EUR 9,-- pro Woche "in der Tasche".
                      Wenn ich nun in einer App 79ct. pro Woche verlange, dann bleiben nach Apples Anteil und Steuern noch ca. 45ct. übrig. Das sind nicht einmal 10% der Erlöse, die eine Zeitung im Print generiert (und die 5-8 Euro Differenz holen sie auch ganz sicher nicht durch Werbung auf dem iPad rein).
                      Und: Im Print habe ich deutlich weniger Wettbewerb am Kiosk bzw. im Abo. Ich kaufe mir am Kiosk i.d.R. eine Zeitung, und das ist die Regionalzeitung. Da habe ich eine bunte Mischung aus allem, zahle aber eben auch diesen "Blumenstrauß". Im Netz muss ich mich da ganz anderen Wettbewerbern stellen.

                      Die aktuelle Preisstruktur im AppStore ist, wenn man ein Print-Abo dagegen rechnet, für Verlage derzeit nicht lohnend.

                      @Jadawin: Apple braucht so gut wie keine IT-Infrastruktur für diese Inhalte, denn Apple macht an der Stelle nichts. Content und Verwaltung der Abos liegen auf dem Server des Verlags/Publishers.

                      Gruß,
                      Sönke
                      Zuletzt geändert von mdmtv; 16.02.2011, 11:22.

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                        #12
                        Die Verlage haben doch aber jetzt die Chance eben dieses Preismodell zu gestalten. Nur weil The Daily 79ct kostet, muss das doch nicht der Maßstab sein. Oder werden Apps wie Things auch an die 79ct Preise der Konkurrenz angepasst?

                        Was die kleinen Verlage lokaler Tageszeitungen angeht, so sehe ich da auch Probleme, aber nicht erst durch das iPad. Dort unterliegt man doch schon seit Jahren, wenn nicht schon Jahrzehnten, extremen wirtschaftlichen Zwängen, kann kaum noch eigene Inhalte produzieren etc. Vielleicht könnten Tablets – wenn es gelingt wieder eine Zahlungsmoral zu etablieren – hier sogar zumindest für einen Teil der Verlage neue Möglichkeit schaffen.

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                          #13
                          Gegenargument: Wenn der Absatz der digitalen Zeitung auf dem iPad um ein Vielfaches höher ist, wäre das mit den 79Cent wieder gerechtfertigt.

                          Gegen-gegen-argument: Jeder hat ein bis 2 Lieblingszeitungen, die er aboniert. Für den Rest hat jeder einen RSS-Reader.

                          Noch ein Argument: Niemand verbietet den Zeitschriften trotz des Abos weiterhin Werbung zu schalten (die Süddeutsche macht das z.B.) – vielleicht auch iAd (hust).

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                            #14
                            Das iPad hat 3% Erreichbarkeit in der Bevölkerung, die Zeitung praktisch 100%. Zeitungen kalkulieren ihre Kosten anders, ein Abonnent bringt pro Monat 25 Euro Umsatz. Es ist illusorisch zu glauben, diese Umsätze auch mit digitalen Inhalten auch nur annähernd erreichen zu können. In der Zeitung zahle ich für Inhalte, die ich weder lese noch haben will. Das ist bei der Zeitung gelernt, aber nicht auf digitalen Geräten. Anzeigen über iAds und AdMob sind weniger als Brosamen für Verlage.

                            Gruß,
                            Sönke

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                              #15
                              @mdmtv:
                              Die Magazine müssen die Preisgestaltung aber sowieso umgestalten, denke ich. Die Leser sind nicht bereit für ein rein digitales Abo den gleichen Preis wie heute für ein Printprodukt zu bezahlen.

                              Und die Preise der Zeitungen sind von vornherein Mischkalkulationen, denn eine Zeitung enthält trotz einem Kaufpreis noch Werbung. Der Umsatz eines Verlages ergibt sich also nicht alleine durch den Endpreis den der Leser bezahlt.

                              Daher nimmt sich auch Apple nicht 30% vom Umsatz, sondern nur 30% vom Endpreis für den Kunden. Ich kenne zwar keine Zahlen, aber wenn ich mir anschaue wie viel Werbung eine Zeitung wie die FAZ enthält, die hier neben mir auf dem Schreibtisch liegt, wird das für die schon lukrativ sein.


                              Ein FAZ Printabo kostet derzeit 43,90 pro Monat. Ich weiss nicht wie du auf die 6 Euro Umsatz pro Woche kommst, dieser Abopreis ist alleine schon mehr. Plus die einzeln verkauften Ausgaben an Kiosken, die Ausgabe von heute kostet laut Aufdruck 2,-. Und die Werbeumsätze sind da auch noch nichtmal enthalten.

                              Ich denke es ist noch viel zu früh um das beurteilen. Eine Zeitung wird auch in Zukunft eine Mischkalkulation bleiben, nur gibt es jetzt mit Apple eben einen weiteren Mitspieler neben Leser, Verlag und Werbepartner. Da müssen sie die Mischung eben neu gestalten.

                              Und die Werbung steckt in diesem Bereich auch noch in den Kinderschuhen. Im Moment ist das keine große Einnahmequelle, weil eben die Zeitungsangebote fehlen. Aber sollten wirklich viele Leser langfristig gesehen auf ein Tablet Modell umsteigen, werden da auch die Werbeerlöse steigen.

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