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Murdock und Microsoft schmieden Allianz

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    Murdock und Microsoft schmieden Allianz

    Murdoch und MS wollen scheinbar eine Allianz gegen Google schmieden. Dabei sollen Suchanfragen nicht mehr an Google weitergeleitet werden. Was haltet Ihr davon? Ein echter Schlag gegen Google oder nur heisse Luft?

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...662779,00.html
    33
    Ja. Es wird eng für Google
    6,06%
    2
    Nein. Es ist nur einmal mehr eine Luftnummer
    93,94%
    31

    Die Umfrage ist abgelaufen.


    #2
    Ich glaube das geht in die Hose. Letztlich fürchtet sich Murdoch (bzw. seine Firma) vor der Machtposition von Google als meistgenutzte Suchmaschine. Aber wie stellen die sich das vor, auf diese Weise tauschen sie doch nur die eine Suchmaschine gegen eine andere aus, das Grundproblem ändert sich für die ja nicht.

    Im schlimmsten Fall führt das eher dazu das sie Gelegenheitsleser verlieren, denn angeblich bekommen speziell die großen Zeitungen sehr viele Leser von Google News zugeführt. Das stand zumindest neulich in einem Artikel in der FAZ.

    Was ist also gewonnen wenn man diese ausschließt? Die lesen dann was anderes, es ist ja nicht so das Murdochs Zeitungen exklusive Rechte an Nachrichten haben, wenn etwas interessant ist werden auch andere darüber schreiben.

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      #3
      Ich denke keiner wird die Suchmaschine wechseln, denn die meisten Nutzer mögen Google und die Art und Weise wie die Suchergebnisse dann angezeigt werden. Egal ob andere besser sind man hat sich daran gewöhnt.

      Ein Beispiel ist die Firma in der ich gerade arbeite:
      Alle müssen den Internet Explorer nutzen (leider :( :( :( ........). Bei diesem ist die Stdandart Suchmaschine, somit auch das Schnellsuchfeld oben rechts, Bing. Dies kann man zwar umstellen aber für viele kommt das gar nicht in Frage, da sie entweder nicht wissen das es geht oder sich nicht trauen was zu verstellen. So sehe ich es sehr oft, dass man auf www.google.com surft obwohl oben rechts einfacher ist. ABER es ist NICHT Google. Das zeigt mir, dass Leute die sich nicht auskennen Google nutzen wollen.
      Somit wird es keine Gefahr für Google geben.

      Gruß Hans
      Ob Nikon oder Canon ist doch egal, solange es keine Kameras von Microsoft gibt!

      Kommentar


        #4
        ob jetzt Marduk Morlock oder Murdoch..alles gleich böse! Ich habe meine ehemaliges Premiere Abo gekündigt und habe auch keine Zeitungen abonniert. Ich zahle soviel GEZ, da brauche ich keinen Murdoch für News!
        Die News kannibalisieren sich doch selber!
        Bin hier zu finden: neckbreaker.de

        Kommentar


          #5
          Aus dem Google aus dem Sinn!

          Kommentar


            #6
            Es geht nicht um Google sondern darum, dass mit viel "Tam Tam" Inhalte verkauft werden sollen, nämlich journalistische Inhalte. Dagegen ist nichts einzuwenden, nur trägt Google (wie jede Suchmaschine) daran nun wirklich keine Schuld, dass es nicht klappt, denn jeder Verlag kann sich aus dem Index nehmen lassen bzw. Inhalte ausschliesslich kostenpflichtig anbieten. Das Problem jedoch: Es kaufen nicht genügend. Mit Google nicht, und ohne vermutlich auch nicht.
            Und ohne Google kommt dann evtl. kein Geld der Content-Käufer rein, aber eben auch keines der Werbekunden. Man muss sich schon genau überlegen, ob man den 50+ Traffic-Bringer (=Umsatzbringer) aussen vor lässt, oder nicht.
            Im übrigen gibt es viele Verlage, die genau in die andere Richtung arbeiten, es kann also ausschliesslich um exklusive Inhalte gehen, denn "non-exklusive content" wird immer irgendjemand kostenlos anbieten.

            Ich sehe das ganze Unterfangen als Verzweiflungstat eines alten wenn auch sehr reichen Mannes, der sich offenbar wünscht, wieder ein Informationsmonopol zu haben - und sei es das mit Microsoft.

            Gruß,
            Sönke

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              #7
              Ich stimme da mdmtv zu.

              Die Verlage unterliegen hier vor allem einem Irrglauben, nämlich das die Kunden/Leser für die Inhalte bezahlen. Das haben sie aber schon im Printsegment nie gemacht. Wenn jemand eine Zeitung abonniert, sieht er nicht die Inhalte für die er bezahlt, sondern er bezahlt für die physische Zeitung sowie vor allem die tägliche Zustellung ans Haus.

              Wenn er seine Nachrichten im Netz liest, hat er weder das eine noch das andere, also will er auch nicht dafür bezahlen. Außerdem haben alle Zeitungen und Zeitschriften trotz Kioskpreis bzw. Abo immer noch Werbung und Anzeigen in ihrem Produkten, so dass der Leser schon immer den Eindruck hat das er eigentlich nur für sein eigenes, gedrucktes Exemplar bzw. die Lieferung bezahlt. Im Netz will er dafür aber nicht bezahlen, weil er eben nur den Content sieht, der für ihn schon immer kostenlos zugänglich war sobald er mal das physische Exemplar in den Händen hält.

              Die Verlage denken sich, früher haben unsere Leser auch ca. 30,- im Monat für ihr Zeitungsabo gezahlt, also sind sie im Prinzip bereit zu zahlen, wir müssen nur das richtige Modell finden. Aber ich glaube da täuschen sie sich. Die Leser haben für ihr persönliches, gedrucktes und ans Haus gelieferte Exemplar bezahlt, nicht für die Inhalte. Heute gibt es dagegen eine einzige Webseite der Zeitung für alle Leser gemeinsam. Deswegen werden sie für reine Onlineangebote nicht bezahlen, vielleicht mit Ausnahmen von zeitkritschen Finanzrubriken, aber das sind ja hauptsächlich berufliche Interessen.

              Ich denke die Verlage müssen sich darüber im klaren sein, dass die Zeiten des Geld verdienen mit Nachrichten einfach vorbei sind. Früher war das ein großes Geschäft, da Zeitungen und Zeitschriften einfach ein Zugangsmonopol zu Nachrichten, Anzeigen und Stellenangeboten hatten. Dies ist jetzt weg und damit auch das Geschäft. Und ich denke es wird auch nicht wieder kommen.

              Langfristig sehe ich Berichterstattung und Nachrichten eher als einen Dienst an der Gesellschaft, bei dem die Berichterstatter bestenfalls auf Null oder mit einem kleinen Profit herauskommen, die Zeiten das ein Verlag mit seinen Zeitungen und Zeitschriften groß Geld verdient sind aber einfach vorbei. Die großen Medienimperien wie das von Murdoch werden einfach untergehen weil die Geschäftsgrundlage fehlt.

              Heute muss der Leser einfach keine Zeitung mehr kaufen um sich zu informieren. Das ist eine Realität die die Verlage erst noch realisieren müssen. Und mit der gigantisch großen "Werbefläche" des Internet, fallen logischerweise auch die Preise für eines dieser Flächenstücke ins bodenlose, während die Verlage früher selbst festlegen konnten wie groß die insgesamt verfügbare "Fläche" am Markt ist. Das ist einfach eine Realität von Angebot und Nachfrage, früher standen die Verlage da auf der Gewinnerseite, heute eben nicht mehr.
              Zuletzt geändert von magicq99; 24.11.2009, 10:30.

              Kommentar


                #8
                Zitat von magicq99 Beitrag anzeigen
                Ich stimme da mdmtv zu.
                Ich Dir aber nicht zu 100%.

                Im Ernst: Nachrichten und Journalismus als "Dienst an der Menschheit" kann's natürlich nicht sein. Schlussendlich müssen Nachrichten von qualifizierten Menschen produziert werden, die ein Recht darauf haben, dafür anständig entlohnt zu werden. So wie jede Toilettenfrau und jeder Facharbeiter machen auch Journalisten eine anständige Arbeit.

                Ich finde es immer wieder sehr bedenklich, wie die Menschen, die sagen, Nachrichten seien aus Prinzip kostenlos, am Flughafen oder Bahnhof für EUR 2,-- den Espresso in 2 Minuten trinken. Nur, weil der Espresso ein physisches Gut ist, heisst das nicht, dass die Nachrichten, die man konsumieren möchte, nichts kosten dürfen, weil sie in nicht physischer Form vorliegen. Bei Musik-Downloads klappt dieses Verständnis ja auch.

                Allerdings haben Verlage ein Problem mit der "ehrlichen Sicht" auf ihre Inhalte. Weil die Verlagsangebote i.d.R. kostenlos sind, ziehen sie Leser an, die für Inhalte niemals etwas zahlen würden, gleichzeitig bleiben vielleicht die weg, die zahlen würden, für die aber das Angebot einfach nicht stimmt.
                Dies wird sich alles einstellen müssen, wenn die ersten Verlage auf "kostenpflichtig" umgestellt haben.

                Und für viele wird's dann auch schmerzhaft.

                Gruß,
                Sönke

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                  #9
                  Da stimme ich dir natürlich zu, das war vielleicht etwas überspitzt formuliert. Natürlich hat ein Journalist es verdient anständig entlohnt zu werden. Aber bisher war es eben so, dass die Verlage, oder gar ein ganzes Medienimperium wie das von Murdoch, darauf aufbaute im Grunde den exklusiven Zugang zu Nachrichten zu beherrschen. Da wurde viel mehr Profit gemacht als die Entlohnung des Journalisten. Und das ist einfach vorbei.

                  Ich denke das die Zukunft für gute Journalisten nicht so schlecht ist, nur für deren große Verlage. Denn auch das kostenlose konsumieren von Nachrichten setzt die entsprechenden Inhalte voraus. Ich glaube langfristig werden die Journalisten selbst von ihrem Beruf stärker profitieren, während heute der größte Profit bei den Verlagskonzernen liegt. Aber ein guter Journalist, der seinen Beruf wirklich gerne macht und dadurch entsprechend gut ist, wird auch in Zukunft für seine Arbeit entlohnt werden. Aber er macht es eben in erster Linie aus Liebe zu seinem Beruf und nicht als Mittel für Profit und Macht, wofür ja Murdoch im Gegensatz steht.

                  Ich denke aber schon, dass die Mehrheit der Bevölkerung Nachrichten als kostenloses Gut betrachtet. Sie sind es einfach so gewohnt, die Nachrichten im Fernsehen sind kostenlos, bezahlen tun sie in erster Linie nur für physische Abos einer Zeitung.

                  Ich könnte mir vorstellen, das jemand für ein digitales Abo wie z.B. auf dem Amazon Kindle monatlich bezahlt, weil er da einfach eine Dienstleitung bekommt, nämlich den automatischen Download seines Exemplars über Nacht, so dass er morgens beim Frühstück oder in der Bahn gleich mit dem Lesen loslegen kann.

                  Aber dafür das er seinen Webbrowser selbst startet, seine eigene Internetverbindung nutzt (die er ja auch bezahlt) um dann selbst durch die Webseite der Zeitung zu browsen, dafür wird er nicht bezahlen. Da hat er einfach den Eindruck, dass die Verlage einen Artikel einmal schreiben, diesen online stellen und dann nicht anderes tun als sich zurücklehnen und zuschauen wie jeder für den Zugang dazu bezahlt. Also für eine künstliche Barriere. Die journalistische Arbeit dahinter, die ja natürlich auch bezahlt werden muss, sieht er aber nicht. Deshalb wird er dafür nicht bezahlen wollen.

                  Das ist auch der Unterschied zu den Musikdownloads, dafür bezahlen viele weil sie einfach ihre eigene Kopie bekommen, die sie überall hin mitnehmen können. Von der Webseite der Zeitung bekommen sie keinen eigene Kopie, sie können diese nicht mitnehmen, sie können auch auf Artikel nicht mehr zugreifen sobald der Verlag entscheidet diesen Artikel gibt es nun nur noch im Archiv, dessen Zugang extra kostet.

                  Ich denke der Kindle ist das erste Beispiel für ein Modell, bei dem der Kunde etwas bekommt für das er auch bezahlt. Eine digitale Kopie. Der Erfolg davon, wird dann sicher noch davon abhängen was er mit dieser Kopie alles machen kann, aber es ist mal eine erste Idee.
                  Zuletzt geändert von magicq99; 24.11.2009, 10:55.

                  Kommentar


                    #10
                    Um mal an einem praktischen Beispiel zu erläutern wie ich das meine:

                    Ich habe ein Abo der FAZ und bekomme diese jeden Morgen ans Haus geliefert. Dafür bezahle ich mein Abo.

                    Ich habe aber nicht den Eindruck das ich auch für die Inhalte bezahle. Denn wenn ich mich z.B. heute an etwas erinnere "Mensch darüber stand vor 3 Wochen etwas in der Zeitung" und auf der FAZ Webseite danach suche, finde ich das zwar auch, aber ich kann es nicht mehr lesen - der Zugang zum FAZ Archiv ist ein separates, kostenpflichtiges Abo.

                    Wenn ich aber zuhause mein eigenes Papierarchiv mit alten Zeitungen anlege, kann ich alle Artikel immer wieder lesen. Für das Online Archiv der FAZ brauche ich aber ein extra Abo. Ich frage mich nun, wieso? Und alte Artikel werden in der Zeitung oft referenziert ("siehe FAZ vom XX.YY."). Aber ich kann diesen nicht mehr lesen wenn ich die Zeitung nicht aufbewahrt habe.

                    Oder wenn ich mal für einige Tage unterwegs bin und mein Exemplar der Zeitung zuhause nicht mitnehmen kann, würde ich vielleicht gerne das Online Exemplar, genannt "ePaper", online lesen. Aber auch hierfür ist ein separates Abo fällig, mein Papierabo der Zeitung ist dafür nicht gültig.

                    Ich kann in diesem Fall also lediglich die kostenlosen Artikel auf der Webseite lesen, unter Bezahlung meines eigenen Internetzugangs unterwegs (z.B. das WLAN das ich im Hotel bezahle) und das obwohl ich ein Abo habe.

                    Siehst du nun warum der Leser nicht den Eindruck hat für den Inhalt zu bezahlen? Die Verlage nehmen sich eben einfach das Recht heraus die gleichen Inhalte immer und immer wieder zu verkaufen. Ich als Leser habe eben gerade nicht mehr den Eindruck, dass die Kosten die ich bezahle der Entlohnung der Journalisten dient.

                    Diesen Eindruck gewinnt der Leser und da wundern sich die Verlage warum die Leser für den einfachen Zugang zur Webseite nicht auch noch bezahlen wollen? Und das die Leser nicht sehen das sie für Inhalte bezahlen?

                    Der Leser bekommt eben den Eindruck, dass all das nichts mit der entsprechenden Entlohnung der journalistischen Arbeit zu tun hat, die er ja in den meisten Fällen auch schätzt, sondern einfach der Bereicherung des Verlags, der sein Geschäft darauf aufbaut die gleichen Inhalte durch ein Errichten von künstlichen Barrieren immer und immer wieder neu zu verkaufen.

                    Ob das so ist und wie sich die Kosten tatsächlich zusammensetzen, sei mal dahingestellt. Aber diesen Eindruck bekommt der Leser eben. Und wenn man etwas verkaufen möchte, ist der Eindruck des Lesers/Kunden eben entscheidend.

                    Kommentar


                      #11
                      Ich verstehe nun, was Du meinst. Und ich seh's genau so, Dein Abo sollte natürlich nicht nur auf das Print-Produkt beschränkt sein. Schlussendlich ist das der "schmerzhafte" Prozess, den ich meine. Verlage werden merken, dass die Kunden einen fairen Preis zahlen, aber eben nicht jeden, den sich die Verlagsmanager so ausdenken.

                      Gruß,
                      Sönke

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                        #12
                        Also sind wir uns ja doch einig ;)

                        Es gibt aber auch schon positive Beispiele. Ich habe auch ein Abo der Zeitschrift "Economist", die wöchentlich erscheint. Auf deren Webseite kann ich mir unter Angabe meiner Abonummer einen Premiumzugang freischalten und habe so vollen Zugriff auf alle Artikel, das gesamte Archiv, sowie Zugang zu einem Download der Audioausgabe in mp3 Form. Und das stelle ich mir dann unter einem Abo vor. Als ich etwas ähnliches von der FAZ erwartete (Zugang zum Archiv) wurde ich durch den Hinweis auf ein zusätzliches Abo erstmal enttäuscht.

                        Man bekommt aber sehr oft den Eindruck, dass viele Verlage ihrem bisherigen Geschäftsmodell hinterher weinen, es aber nicht schaffen den Lesern durch das Internet einen Mehrwert zu bieten. Und sie sehen auch nicht, dass die kostenlosen, aktuellen Artikel auf der Webseite vielleicht sogar zu neuen Abonnenten führen können, die dann zu Stammlesern werden nachdem sie ursprünglich mal über Google News auf die Seite kamen.

                        Ich denke Rupert Murdoch gehört zu dieser Kategorie.

                        Kommentar


                          #13
                          Dann leistest ja Du als zahlender Abonnent eher den "Dienst an der Menschheit".

                          Gruß,
                          Sönke

                          Kommentar


                            #14
                            Jeder Trottel kann einen Artikel schreiben wie den in Spiegel Online. Schlampig recherchiert, ohne Kenntnis der Materie, voller absurder Spekulationen, und vermutlich von einem bereits existierenden Artikel abgeschrieben. Logischerweise ist kein vernünftiger Mensch bereit, dafür zu bezahlen.

                            Murdochs Problem ist vielschichtig, und seine Argumente sind ebenfalls sehr differenziert. Es geht nicht nur um die Frage, ob man Google aussperrt oder nicht.

                            Obwohl Journalismus derzeit im Internet scheinbar kein Geschäft ist, verdient sich jemand eine goldene Nase damit. Nämlich Google. Und deswegen schlägt Murdoch zu Recht vor, dass die Verlage angemessen beteiligt werden. Natürlich hat Murdoch keine reelle Chance, das durchzusetzen, aber ich verstehe gut, worum es ihm geht.

                            Der Wert von Google für die Verlage ist zweifelhaft. Murdoch sagt, dass die von Google weitergeleiteten Leser ziemlich wertlos sind. Dieser Leser werden nicht "einfach so" zu Stammlesern, kaufen keine Premium-Inhalte, buchen kein Abo und klicken auch nicht genügend auf Anzeigen. Insofern ist die Jagd nach "irgendwelchen" Lesern, wie man sie früher betrieb, heute nicht mehr sinnvoll. Man sucht nicht "irgendwelche" Leser, sondern nur solche, die wirtschaftlich interessant sind, und da kommt man mit Google nicht weit.

                            Ich kann das gut verstehen. Wir haben bei Mac-TV ebenfalls gelernt, dass es ziemlich sinnlos ist, möglichst viele Gratis-Zuschauer auf die Webseite zu locken, in der Hoffnung, dass ein paar davon zu zahlenden Zuschauern werden. Die "Ausbeute" ist einfach zu gering. Gratis-User bleibt Gratis-User. Und diese Erkenntnis verringert die Bedeutung des Google-Traffics dramatisch.

                            Ein weiterer Punkt für Murdoch ist, dass vernünftige Inhalte nicht durch Werbung finanzierbar sind, d.h. es gibt kein Geschäftsmodell, um den Google-Traffic zu Geld zu machen. Die Werbepreise sind viel, viel, viel zu niedrig. Er sagt, es gäbe auf der ganzen Welt keine bedeutende News-Webseite, die mit Werbung nennenswerte Profite erwirtschaftet. Und das wird auch so bleiben, weil das weltweite Werbevolumen nicht ausreichen würde, um die bestehenden Verlage zu finanzieren.

                            Und da hat Murdoch nicht nur Recht, sondern seine Kritik daran ist berechtigt. Die Werbepreise sind ein Witz. Wenn die Angestellten eines Verlages einmal pro Woche zum Betteln in die Fußgängerzone gehen würden, würde mehr in die Kasse kommen, als durch die Werbebanner.

                            Es ist aber sehr schwierig, die Werbepreise radikal zu erhöhen, weil es eben sehr viele Webseiten gibt, die eine solche Preiserhöhung nicht mitmachen würden. Das ist im Grunde der Kern des ganzen Problems.

                            Die Verlage stehen vor folgendem Szenario:

                            - Die Leser wollen nicht bezahlen
                            - Die Werbekunden wollen ebenfalls keinen vernünftigen Preis bezahlen, sondern allenfalls ein Hundertstel des angemessenen Preises, womöglich sogar nur ein Tausendstel
                            - Google, das mit den Inhalten der Verlage gut verdienen, will ebenfalls nichts bezahlen
                            - Aber alle Beteiligten wollen die Inhalte der Verlage haben.

                            Murdoch kann angesichts dieses Szenarios mit ansehen, wie sie langsam ausbluten und pleite gehen. Es ist ihm klar, dass sie in Zukunft mit deutlich geringeren Umsätzen auskommen müssen, so oder so. Er wäre vielleicht damit einverstanden, auf 90% der Leser zu verzichten, wenn 10% einen fairen Preis bezahlen. Diese Chance sieht er mit einem Bezahl-Modell für die Leser. Das ist nicht berauschend, aber eventuell besser als das, was Google und die Werbewirtschaft ihm bieten.

                            Ich bin aus eigener Erfahrung skeptisch, was Bezahl-Inhalte im Web angeht, denn das ist wirklich ein sehr mühsames und höchst riskantes Geschäft, und es wird immer riskant und angreifbar bleiben. Mein Rat wäre eher, gute Inhalte für die "besseren" Leser zu schaffen, also keine Billig-Inhalte für Blöde, sondern aufwendige Inhalte für Kluge. Das ist eine attraktive Werbe-Zielgruppe für hochwertige Produkte. Die erreicht man im Web gar nicht so einfach, denn werbemäßig ist das Web vor allem ein Web der Dummen. Und für diese Premium-Zielgruppe kann man dann vielleicht die Werbepreise radikal erhöhen, sodass sie wieder auf ein faires Maß steigen.

                            Kurz: weniger "wertlose" Gaga-Leser, weniger wertlose "Gaga"-Werbung. Von beidem nur die oberen zehn Prozent, und vom Rest muss man sich schweren Herzens verabschieden.

                            Kommentar


                              #15
                              Die klassischen Medien (TV, Zeitungen u.s.w.) haben es schon lange verlernt über Ereignisse zu berichten.

                              Wir machen Nachrichten beschreibt schon eher die Handlungsweise dieser Konzerne.

                              Nur damit kann man im Internet Zeitalter kein Geld mehr verdienen. Mit Grauen sehen die Chefetagen den kommenden Web-Generationen entgegen.

                              Wenn man aber die Masse an 08/15 Web-User per Suchmaschine auf den eigenen bezahlt Content leiten könnte......... und da ist eben Google im Weg.....

                              MfG

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