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Neue Gesellschaftsform Unternehmergemeinschaft (haftungsbeschränkt)

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    Neue Gesellschaftsform Unternehmergemeinschaft (haftungsbeschränkt)

    Hallo,

    ich plane die Selbständigkeit.

    Da ich bereits früher einmal als Einzelunternehmer selbständig war und damals gemerkt habe wie hart einen bestimmte Dinge treffen können, die dann mitunter zur privaten Insolvenz führen könnten, möchte ich es diesmal sicherer angehen.

    Der Gesetzgeber hat mit dem § 5a GmbHG eine neue Gesellschaftsform eingeführt, die "UG (haftungsbeschränkt)", die man bereits ab 1 EURO gründen darf, aber einem den gleichen Schutz bietet wie die GmbH. Es ist hier lediglich eine jährliche Rücklage von 25% des Gewinns zu bilden bis man die 25.000 EURO Stammkapital angespart hat. Natürlich fallen hier auch Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Co. an, aber am Anfang hat man ja meist kaum Gewinne, deswegen wird das auch erstmal nicht greifen und wenn man sie später hat, ist es ja auch "egal".

    Mich würde interessieren, ob jemand bereits Erfahrung mit der Gründ solch einer Gesellschaft hat oder auch plant in so eine Unternehmensform zu wechseln. Zudem würden mich die Gründungskosten als auch die laufenden Kosten interessieren, hat da jemand Erfahrungen?

    Da ich selbst relativ fit im Rechnungswesen und Steuerrecht bin, möchte ich im Grunde auf einen Steuerberater verzichten und das lieber selbst machen, um die Kosten zu sparen. Habe aber natürlich auch ein wenig Bammel, dass mir dann irgendwelche Fehler unterlaufen. Daher auch meine Frage, ob jemand bereits weiß worauf man achten muss.

    Ich hoffe jemand kann mit der Thematik etwas anfangen.

    Edit: Die Gesellschaft heißt "Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)"

    #2
    Hört sich interessant an, werde ich mich mal mit befassen und meinen Steuerberater drauf ansetzen, beides jedoch urlaubsbedingt erst nach dem 14.02.

    Für mich wäre vor allem interessant, ob geschäftsführende Gesellschafter genau so behandelt werden wie bei der GmbH. Sind Privatentnahmen einfacher möglich, oder gibt es hier auch die Restriktionen hinsichtlich einer vermeintlichen "verdeckten Gewinnausschüttung", usw.

    Die Gründungskosten hängen vor allem davon ab, ob eine notarielle Beurkundung notwendig ist und ob die Eintragung im Handelsregister erforderlich ist. Auf jeden Fall halte ich bei Gründungen von Kapitalgesellschaften eine umfassende steuerfachliche Beratung für unverzichtbar, sowohl was das neu zu gründende Unternehmen angeht, als auch die daraus resultierenden privaten Belnage als Gesellschafter / Geshäftsführer.

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      #3
      Hallo,

      ich kann Dir nur vollkommen subjektiv meine Meinung dazu sagen, da ich vor kurzem selbst vor der Entscheidung stand: Echte GmbH, oder GmbH UG.

      Die UG soll das "Ausweichen" u.a. auf die Ltd. in England ja unattraktiver machen. Hintergrund war der, dass man eine Kapitalgesellschaft auch ohne viel Eigenkapital gründen können soll. Das freut einen als Unternehmer natürlich, nicht jeder kann die EUR 12.500 Bareinlage leisten.
      Genau das ist aber auch das größte Problem bei der GmbH UG: Es weiss jeder, dass der Gründer die EUR 12.500 nicht zusammenbekommt. Das mag für jmd., bei dem es nur auf die Haftungsthematik ankommt, unerheblich sein, es hat aber immer Nachteile bei der Kundensuche und vor allem bei der Suche nach Fremdkapital. Das Ansehen der GmbH UG ist bei weitem nicht so hoch, wie bei einer "echten" GmbH, auch wenn der Name ähnlich ist. Ausserdem schicken Dich Banken sofort nach Hause, wenn Du die 12.500 als Einlage nicht aufbringen kannst. Hinzu kommt das "Problem", dass Du mit der 1,-- GmbH ja prinzipiell schon sofort beim "Kauf von 2 Briefmarken" insolvent bist. Die Situation, dass Du vom Start weg durch die Einnahmen die Kosten deckst, dürfte nicht oft der Fall sein und als Gesellschafter muss man nunmal die Gesellschaft mit genügend Kapital ausstatten, sonst ist die Gesellschaft schnell insolvent. Soll heissen: EUR 1,-- klingt in der Theorie toll, praktisch brauchst Du natürlich immer Kapital, es sei denn, Du hast von Minute Eins an eine solide Einnahmesituation.

      Alle Unterschiede, was die rein formellen und rechtlichen Aspekte angeht, findest Du ja u.a. bei Wikipedia & Co., dazu muss man ja hier nicht näher eingehen.

      Gruß,
      Sönke

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        #4
        Ich habe auch das noch entdeckt: http://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmergesellschaft

        Die Gründungskosten liegen wohl gerade mal so bei etwa 120 EUR, wobei man dann beachten sollte, dass diese bereits Betriebsausgaben sind und bei einer Gründung mit 1 EUR sofort zur Insolvenz führen.... daher sollte man wohl mit mindestens 300 EUR gründen.

        Auf die steuerliche Beratung werde ich verzichten, weil ich wie gesagt mich da ganz gut auskenne.

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          #5
          Zitat von Jadawin Beitrag anzeigen
          interessant, ob geschäftsführende Gesellschafter genau so behandelt werden wie bei der GmbH. Sind Privatentnahmen einfacher möglich
          Es ist eine Gesellschaft, damit gibt es keine "Privatentnahme". Man hat ganz normal nach Feststellung des Jahresabschlusses den Zweck der Gewinnverwendung in der Gesellschafterversammlung zu beschliessen.
          In vielen Bereichen ist die GmbH UG noch stärker reglementiert, als die "normale" GmbH. Liegt in der Natur der Sache, immerhin gewinnt man - bei ordnungsgemässer Führung der GmbH - Haftungsbeschränkung als Unternehmer. Firmen- und Privatkapital sind zwangsläufig strikt voneinander getrennt.

          Gruß,
          Sönke

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            #6
            Wenn Steuerrecht nicht Dein tägliches Brot ist, kannst Du Dir mit einer 80%-Kenntnis schon bei Gründung schnell ein gepflegtes Eigentor schießen.

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              #7
              @ mdmtv: Ja, das ist klar. Aber die UG sollte auch keine Alternative zur GmbH darstellen! Sie sollte eine Alternative zu einem Einzelunternehmen sein wie ich finde. Mir geht es so, dass ich schwanke zwischen Einzelunternehmen, bei dem ich dann mit meinem ganzen Privatvermögen mit drin stecke und der UG (haftungsbeschränkt).

              Ich gründe mein Unternehmen ohne Kredite. Ich will keine Kredite. Und da ich keine direkten Kunden habe, denen ich irgendwelche Aufträge erfüllen müsste, ist das auch egal. Die UG (haftungsbeschränkt) ist wohl auch eher für Dienstleister.

              Wen sollte es z.B. verunsichern, wenn Mac-TV eine UG (haftungsbeschränkt) wäre. Das wären höchstens die Abonnenten, die sich Sorgen um ihre Abo-Gebühr machen könnten, aber ich denke die könnten sie auch noch verschmerzen.

              Also wenn man ein Einzelunternehmen gründen will, ohne Kredite und keine großen Güter verkauft, also große Transaktionen tätigt, dann ist diese Form der Gesellschaft doch eigentlich ideal.

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                #8
                Zitat von Jadawin Beitrag anzeigen
                Wenn Steuerrecht nicht Dein tägliches Brot ist, kannst Du Dir mit einer 80%-Kenntnis schon bei Gründung schnell ein gepflegtes Eigentor schießen.
                Es ist mein tägliches Brot.

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                  #9
                  Zitat von Jadawin Beitrag anzeigen
                  Wenn Steuerrecht nicht Dein tägliches Brot ist, kannst Du Dir mit einer 80%-Kenntnis schon bei Gründung schnell ein gepflegtes Eigentor schießen.
                  So ist es. Mein Steuerwissen ist 2 Jahre alt und bereits heute für unsere GmbH teilweise veraltet. Ggü. den Gesellschaftern und Geschäftsführern - muss man deutlich sagen - drückt das Finanzamt hier auch kein Auge zu. Als Maler oder Tischler mag man noch ggü. dem Finanzamt mal Nachsicht erfahren, bei einer Kapitalgesellschaft hast Du heftige Berichtspflichten, denen Du auch ggü. dem Finanzamt penibel nachkommen musst.

                  Gruß,
                  Sönke

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                    #10
                    Kurz auch noch was zu meinem Hintergrund: Ich komme aus dem Rechnungswesen und bin bald mit meinem Studium fertig, Schwerpunkt Rechnungswesen und Steuerrecht. Ich will mit der Gründung und Führung auch etwas lernen und daher nicht unbedingt auf einen Steuerberater zurückgreifen, da ich im Grunde das Wissen auch habe, aber natürlich noch nie so direkt praktisch angewendet habe. Und die UG (haftungsbeschränkt) ist eben auch etwas ganz neues, da haben selbst Steuerberater noch nicht so die Ahnung! Glaubt mir, habe selbst schon beim Steuerberater gearbeitet. Mehr als schlau machen, können die sich auch nicht.

                    Wenn ich also einen Steuerberater engagieren würde, wäre das so als wenn ein Maler einen Maler beauftragt seine Wohnung zu streichen...

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                      #11
                      @ Fatalix

                      Ich halte mich da jetzt erst mal zurück, da ich mich erst noch eingehender damit befassen will, aber gesetzt dem Fall, die Behandlung beider Unternehmensformen ist gleich, dann kostet Dich die Haftungsbeschränkung einiges an Aufwand und letztlich Geld - Stichworte: Unterwerfung nach den Grundlagen des Handelsgesetzbuchs, Bilanzierungspflicht, Notwendigkeit notarieller Beurkundungen, Körperschafts- / Gewerbe- / Kapitalertragssteuer, in Verbindung mit der Problematik der Privatentnahme bzw. verdeckten Gewinnausschüttung. Das ist Dir ja dann hinreichend bekannt.

                      Und dass eine GmbH im Verhältnis zu Lieferanten oder Kunden einen höheres Ansehen genießt, als ein Einzelunternehmer, ist eben aufgrund der Haftungsbeschränkung ein Trugschluss. Von Banken gar nicht erst zu reden.
                      Die Thematik scheint natürlich in anderem Licht, wenn sich mehrere Gesellschafter an dem Unternehmen beteiligen, aber als Einzelunternehmer muss man schon genau abwägen, was einem die (vermeintliche) Haftungsbeschränkung wert ist.

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                        #12
                        Zitat von Fatalix Beitrag anzeigen
                        Wenn ich also einen Steuerberater engagieren würde, wäre das so als wenn ein Maler einen Maler beauftragt seine Wohnung zu streichen...
                        Also, ich will Dir nicht zu Nahe treten, aber MEIN Steuerberater hat mich umfassend und intensiv zur GmbH UG informiert. Wenn Du hier im Forum fragen musst, wie das mit der UG so funktioniert, dann scheinst Du mir nicht den Wissensstand wie ein Steuerberater zu haben. Das ist ja OK, aber man sollte schon wissen, wo man sich einordnet.

                        Gruß,
                        Sönke

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                          #13
                          Zitat von Jadawin Beitrag anzeigen
                          Und dass eine GmbH im Verhältnis zu Lieferanten oder Kunden einen höheres Ansehen genießt, als ein Einzelunternehmer, ist eben aufgrund der Haftungsbeschränkung ein Trugschluss.
                          Mag branchen- und tätigkeitsbezogen so sein, bei mir ist es definitiv so. Man kann das nicht pauschalieren.

                          Gruß,
                          Sönke

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                            #14
                            Zitat von mdmtv Beitrag anzeigen
                            Also, ich will Dir nicht zu Nahe treten, aber MEIN Steuerberater hat mich umfassend und intensiv zur GmbH UG informiert. Wenn Du hier im Forum fragen musst, wie das mit der UG so funktioniert, dann scheinst Du mir nicht den Wissensstand wie ein Steuerberater zu haben. Das ist ja OK, aber man sollte schon wissen, wo man sich einordnet.

                            Gruß,
                            Sönke
                            Schon klar, aber bevor er das getan hat, hat er sich auch darüber informiert.

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                              #15
                              Wie gesagt, es geht mir nicht um die Formalitäten, diese sind nicht so problematisch. Da werkel ich mich schon rein. Es geht mir eher um Kosten, also laufende Kosten, Gründungskosten, etc.

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