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    Frankfurt hat nochmal zugelegt und liegt jetzt bei knapp 60 pro 10.000, und unsere Nachbarstadt Offenbach legt nochmal 10 drauf.

    Auch bundesweit geht's weiter bergauf, Zeit.de meldet diese Nacht vorab 4.500.

    Und im WDR gab's gestern eine abendfüllende Bürger-Talkshow, in der es stets frenetischen Applaus gab, wenn wieder jemand forderte, man solle endlich mit den irren Maßnahmen aufhören und die Leute in Ruhe lassen.
    Zuletzt geändert von Jörn; 09.10.2020, 08:08.

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      Ebenfalls interessant: Wenn man mal unsere Nachbarn anschaut, wo die „zweite Welle“ bereits weiter fortgeschritten ist (z.B. Frankreich oder Österreich). Dort ist die zweite Welle deutlich höher und länger als die erste. (Das wurde von Virologen vorhergesagt.) Aber vor allem: Niemand hat diese zweite Welle bislang auf Werte von 200 oder 300 senken können. Genauer gesagt konnte sie überhaupt nicht gesenkt werden. Die dort ergriffenen Maßnahmen konnten das Wachstum verlangsamen, aber es nicht umkehren.

      Auch in den USA wurde die zweite Welle einfach zu einem neuen Plateau für die dritte Welle.

      Oder gibt es Beispiele für halbwegs vergleichbare Länder, die eine zweite Welle auf den früheren Wert absenken konnten?

      Nachtrag: Japan konnte die zweite Welle absenken, allerdings liegt sie trotzdem noch über dem Peak der ersten Welle.
      Zuletzt geändert von Jörn; 09.10.2020, 09:04.

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        Neuseeland. Die sind glaube ich schon wieder einige Tage bei null.

        München wird Frankfurt bald eingeholt haben. Nach einer Absenkung ist der R-Wert wieder beinahe bei 50.

        Epidemiologe möchte ich derzeit wirklich nicht sein. Wenn man als solcher nicht schon den Glauben an die Menschheit verloren hat, wäre es tatsächlich ein Wunder.

        Und den ganzen Klatschern kann man nur empfehlen, sich die Geschichte der Span. Grippe 1919 in San Francisco durchzulesen. Waren damals die gleichen Stimmen, die die katastrophale 2. Welle ausgelöst haben.
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          Es herrscht auch womöglich die Erwartung, ein Aufenthalt in einer Intensivstation wäre sowas wie ein Besuch in einer Auto-Werkstatt: kurz auf den Bock, Schrauben anziehen, und wieder runter. Aber die Schilderungen von Ärzten und Patienten sehen ganz anders aus.

          Gestern hat bei Markus Lanz jemand von seiner Corona-Erkrankung berichtet. Der Mann war etwa 60 Jahre alt, fit, voll im Berufsleben stehend. Und die Geschichte war ziemlich scheußlich. Er ist selbst nach einem halben Jahr nicht völlig genesen.

          Ein Arzt hat dazu erläutert, mit welchen Risiken die derzeitigen Behandlungen verbunden wären, gerade wenn jemand beatmet werden muss. Dabei wird die Lunge geschädigt — es ist nicht wie ein Medikament, das man kurz benutzt und dann wieder absetzt, und alles ist wie vorher.

          Die Lunge dieses Patienten erreichte einen Sauerstoffgehalt des Blutes (wir denken an die neue Apple Watch) von nur 4 Prozent, bevor er ins Krankenhaus kam. Normal sind 95%.

          Er hat von dem entsetzlichen Gefühl berichtet, das man bekommt, wenn man nicht genügend atmen kann — selbst mit der Zugabe von Sauerstoff nicht. Das muss ziemlich furchtbar sein.

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            Hier ist die Sendung, die ich in einem Posting weiter oben erwähnt hatte. Es ist eine „Bürger-Sendung“, wo Bürger ihre Meinung sagen können. Interessant ist, bei welchen Aussagen die Leute applaudieren. Ablehnende Meinungen bekommen Applaus; wer hingegen Verständnis für die Maßnahmen äußert, erntet Schweigen.

            https://www.ardmediathek.de/wdr/vide...Tg3ODFkYTU2NA/

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              Zitat von Jörn Beitrag anzeigen
              Der Mann war etwa 60 Jahre alt, fit, voll im Berufsleben stehend. Und die Geschichte war ziemlich scheußlich. Er ist selbst nach einem halben Jahr nicht völlig genesen.
              Empfand ich im ersten Schritt auch sehr beunruhigend, aber man muss sich vor Augen halten:
              das war wohl Anfang März.

              Heute wissen die Spezialisten deutlich mehr, es gibt konkrete Behandlungsstrategien/ein Medikamentpool und sie können diese Erfahrung in die Behandlung mit häufig milderen Verläufen in Folge einfließen lassen.

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                Gut das es jetzt gute Behandlungsstrategien gibt, besser wenn man sie nicht in Anspruch nehmen muss.

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                  Was genau ist gemeint mit "Behandlungsstrategien"? Sind es Medikamente, die einen milden Krankheitsverlauf um ein oder zwei Tage verkürzen? Oder geht es darüber hinaus? Hat jemand einen seriösen Link dazu?

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                    5003!

                    Frankreich über 20.000. Alle Appelle und Maßnahmen dort bisher wirkungslos, obwohl man mit viel Fantasie eine langsame Abflachung der Kurve erkennen kann (eine Verlangsamung des Wachstums). Zu den Maßnahmen dort gehört sogar das Tragen einer Maske im Freien, was man als Verzweiflungstat betrachten könnte. Gastronomie, die keine Speisen verkaufen, wurde geschlossen.

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                      Nach meiner Ansicht (die durchaus falsch sein kann) besteht bei „den Leuten“ womöglich eine falsche Sichtweise auf den Sommer. Der Sommer sollte uns nochmal eine Verschnaufpause gönnen, während wir den kommenden Herbst/Winter bereits im Visier haben. Es war auch eine Zeit der Vorbereitung für Industrie, Gesundheitswesen, Gastronomie und so weiter. Auch das Einüben und Testen von Verhaltensregeln gehörte dazu.

                      Wir hätten den Sommer halbwegs erholt und mit einer randvollen Waffenkammer verlassen müssen: Soll das Scheiß-Virus ruhig kommen! — Wir sind ja immerhin nicht blöd.

                      Aber anstatt im Sommer tief Luft zu holen für die bevorstehende Hürde, ist unsere Motivation bereits im Oktober am Ende. So klingt es jedenfalls in Talkshows und in Zeitungsartikeln. Die Leute wollen den Scheiß einfach nicht mehr — jedenfalls so viele, dass es nun zu den neuen Ausbrüchen kommt. Aber wo bleibt unsere gut gelaunte Motivation? Ganz am Anfang, da spürte man noch eine Aufbruchstimmung: Man erforschte Video-Konferenzen, wartete brav vor dem Supermarkt auf Einlass, oder man blieb einfach zu Hause. Viele dieser damaligen Einschränken haben wir durch Cleverness obsolet gemacht, sodass es heute sogar ein gutes Stück leichter ist als zu Beginn der Pandemie.

                      Wären wir eine Fußballmannschaft, die gleich raus auf den Rasen müsste — das wäre ein ziemlicher Jammer. Um Tore zu schießen, braucht man Schwung und Motivation! Man muss das Gefühl haben, dass man vorne liegt! Aber wir sitzen mit hängenden Köpfen in der Kabine und haben überhaupt keine Lust auf das Spiel. Wer so müde ins Turnier startet, braucht sich nicht zu wundern, wenn er nichts gewinnt.

                      Wir haben mindestens noch ein ganzes Jahr vor uns, vermutlich jedoch zweimal Herbst/Winter. Vor Mitte kommenden Jahres ist mit einem Impfstoff nicht zu rechnen, jedenfalls nicht in großen Stückzahlen. Und dann wird es eine Weile dauern, bis 20 oder 40 Millionen Bürger geimpft wurden. Zudem wissen wir nicht, ob dieser wundersame Impfstoff überhaupt so effektiv ist, wie wir hoffen, und ob er für alle Altersgruppen empfehlenswert ist.

                      Wir bräuchten jemand, der uns in der Kabine zur Halbzeit mal tüchtig den Kopf wäscht, uns aber auch motiviert für die nächste Halbzeit. Die letzten vier Wochen waren scheiße, und wir haben unseren Vorsprung verspielt — aber nun gehen wir da raus und schießen ein paar Tore!

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                        Persönlich gebe ich dir schon recht. Allerdings wird es schon schwieriger, wenn man die Situation im jeweiligen Umfeld ansieht. Meine beiden Orchester bereiten sich seit Anfang September unter Einhaltung massiver Hygieneregeln und mit grossem Aufwand für die Herbstkonzerte, die ebenfalls mit massiven Einschränkungen belastet sind, vor. Alle sehen das ein, - anders geht’s halt gar nicht. Durch die allgemeine und von Jörn angesprochene Rückläufigkeit der Akzeptanz trotz steigender Zahlen rückt die Gefahr einer Komplett-Schliessung der Säle näher und ein Ausfall wird wahrscheinlicher. Von den potentiellen Zuschauerzahlen (Wasserbug (noch) 200 - Grünwald 60 plus Spieler) her ist es sowieso ein absolutes Notprogramm. Natürlich wächst die Enttäuschung über die vielen Mitmenschen, die sich nicht an die sinnvollen und notwendigen Regeln halten und der Ärger, wegen des Leichtsinnes der anderen selbst die Minimal-Reste des Kulturbetriebes nicht mehr aufrecht erhalten zu können. In dieser Situation Schwung, Motivation und Optimismus zu erhalten, ist eine wirkliche Aufgabe.
                        Mac Studio Max - iPhone 13 Pro MAX - iPad Pro 12,9 3. Gen. WIFI - Apple Watch Series 6 LTE

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                          Moin,

                          Frankreich ist glaube ich auch ein kulturelles Problem (wenn ich Bekannten glauben kann) spielt sich ein Großteil der Freizeit "des Franzosen" zumindest in größeren Städten in Bars, Restaurants, Cafes, … ab.

                          Wenn ich das recht interpretiere gibts da also weniger Selbstisolation / Quarantäne wie in D.

                          Ob das allein die katastrophalen Zahlen in FR erklären kann weiss ich aber auch nicht.
                          QWallyTy
                          Mac mini 2018 / iPhone 11 / iPad Air 4 / AW 6 LTE Nike / diverse Sonüsse

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                            Zitat von Jörn Beitrag anzeigen
                            Was genau ist gemeint mit "Behandlungsstrategien"? Sind es Medikamente, die einen milden Krankheitsverlauf um ein oder zwei Tage verkürzen? Oder geht es darüber hinaus? Hat jemand einen seriösen Link dazu?
                            Unter anderem diese Woche in einer Bundespressekonferenz der Regierung.

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                              @McTenner:

                              Ich habe diese Bundespressekonferenzen gesehen, sofern sie auf Phoenix übertragen wurden, z.B. vor ein paar Tagen mit Jens Spahn.

                              Worauf ich hinaus will: Manche Bürger haben sich in TV-Interviews so geäußert, dass sie sich aufgrund jugendlichen Alters nicht gefährdet sehen, und wenn sie erkrankten, dann wären sie eben nach zwei Wochen wieder gesund. (Vergleichbar mit einer Grippe.) — Mein Punkt ist nun, dass dies in zahlreichen Fällen nicht so ist, sondern die Erkrankungen sind auch bei fitten Menschen oft schwerer und nachhaltiger, als dies zu Beginn der Pandemie noch schien. Gerade die Schädigungen von Gefäßen kann einem jungen Menschen erstmal nichts ausmachen, es verkürzt aber das Leben u.U. um zehn Jahre. Man merkt es dann eben erst mit 60, wenn man nur noch eine Fitness hat wie andere mit 70.

                              Zweitens, dass unsere Behandlungsstrategie nicht die Qualität einer tatsächlichen Heilung hat (man nimmt ein Medikament und wird dadurch gesund), sondern dass es lediglich um flankierende Maßnahmen geht, die einen ohnehin milden Verlauf geringfügig abkürzen (Remdesivir). Aber es gibt derzeit kein heilendes Medikament — ansonsten würden wir es ja alle längst im Schrank haben. Was in den Klinken anstelle einer Heilung getan wird ist eine Art von Begleitung, oder eine Unterstützung von Sekundärkrankheiten, etwa Nierenversagen.

                              Zudem hat sich der falsche Eindruck eingestellt, dass ein Intensivpatient die Intensivstation in allen Fällen lebend verlassen würde. Oder dass es danach keine gravierenden Folgeschäden gäbe. Das ist, unabhängig von Corona, in vielen Fällen anders. Man kann die Lunge nicht einfach an- und abschalten wie einen elektrischen Blasebalg. Bei manchen Menschen ist es nicht sicher, ob eine Lunge überhaupt wieder „anspringt“, wenn sie mal längere Zeit nicht aktiv war. Bei meiner Mutter war das mal so. Da wurde uns gesagt, entweder springt die Lunge jetzt wieder an, oder eben nicht. Und wenn nicht, müssten wir Kinder entscheiden, wie lange die Maschine eingeschaltet bleibt. Wir hatten damals Glück, aber ich weiß seitdem, dass es ein hoch riskanter Eingriff ist.

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                                Ja, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Covid19-Infektion heftiger verlaufen kann, ist offenbar immer noch höher als bei anderen Viruserkrankungen.

                                Ein wenig Mut gehört zum Leben schon dazu. Neben der erhöhten Vorsicht.

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